Die Handlung des Münnerstädter Heimatspiels
Glaube, Hoffnung, Liebe
Alljährlich an drei Sonntagen im Spätsommer lassen rund 200 Laiendarsteller in historischen Kostümen ein legendäres Ereignis aus der Geschichte ihrer Stadt wieder lebendig werden. Der fachwerkgeschmückte Anger bildet die malerische Kulisse für das ergreifende Spiel.
Erntefest im Dreißigjährigen Krieg
In farbenfrohen Szenen erzählt das Freilichtspiel "Die Schutzfrau von Münnerstadt" von tiefem Glauben, inniger Liebe und unerschütterlicher Hoffnung. Sommer 1641: Die Münnerstädter feiern, trotz der Schrecken des Dreißigjährigen Krieges, ein fröhliches Erntefest. Vor dem Haus des Oberbürgermeisters treffen sich Bürger, Ratsherren und Vertreter der Geistlichkeit um den traditionellen Erntezug zu bewundern. Die Ernte war reich, es wird getanzt und gesungen, die Münnerstädter sind in Festtagslaune. Die Tochter des Oberbürgermeisters wird vom Kommandant am Jörgentor umworben - sehr zum Missfallen des Vaters, der diese Verbindung als nicht standesgemäß ansieht.
Plötzlicher Angriff schwedischer Tuppen
Aus heiterem Himmel beenden laute Kanonenschüsse das fröhliche Treiben. Wie ein Lauffeuer verbreitet sich eine Schreckensnachricht unter den Münnerstädtern: Schwedische Truppen greifen an! Schon drängen Flüchtlinge aus benachbarten Orten hinter die schützenden Mauern der Stadt und berichten von furchtbaren Gräueltaten der Angreifer.
Ein schwedischer Unterhändler fordert die bedingungslose Kapitulation Münnerstadts, andernfalls droht er mit der Vernichtung. Mutig tritt ihm der Oberbürgermeister entgegen und verweigert die Schlüssel zur Stadt. Die Bürger eilen zu den Waffen um Heim und Leben zu verteidigen. Schon beginnen die übermächtigen Schweden mit dem Beschuss und Münnerstadt scheint dem Untergang geweiht. In ihrer Todesangst flehen die Münnerstädter zur Muttergottes, der "lichtweißen Rose", wie es im Spiel heißt. Sie hoffen in höchster Not auf ihre Hilfe.
Inniger Glaube siegt über den Feind
Da schweigen plötzlich die Kanonen, der Feind flieht und die Stadt ist gerettet. Was ist passiert? Die Tochter des Oberbürgermeisters und die Männer auf der Stadtmauer berichten von einer wundersamen Erscheinung: Die Muttergottes hat die innigen Gebete erhört, die schwedischen Kanonenkugeln aufgefangen und die Stadt vor dem Feind beschützt!
In Ehrfurcht und Dankbarkeit schwören die Münnerstädter, der Muttergottes für alle Zeit an Mariä Geburt mit einer heiligen Prozession zu danken und so der wundersamen Rettung zu gedenken. Was die Münnerstädter tatsächlich bis heute tun: mit der so genannten Schwedenprozession zu Mariä Geburt und natürlich mit dem Heimatspiel, das seit 1927 jedes Jahr aufgeführt wird und die Geschichte der Rettung erzählt.
Lustige und ergreifende Szenen wechseln sich in diesem packenden Volksschauspiel ab. Die farbenfrohen Kostüme, die detailreiche Ausstattung und die große Zahl Akteure aus allen Altersstufen machen den Besuch der Aufführung zu einem einmaligen Erlebnis. Im Jahr 2022 wurde das Laienfreilichtspiel "Die Schutzfrau von Münnerstadt"zusammen mit der Schwedenprozession in das Bayerische Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
Besuchen Sie eines der ältesten Volksschauspiele Frankens – das Münnerstädter Freilichtspiel!
Alle Informatienen zur diesjährigen Heimatspielsaison »
Bildnachweis | Alle Fotos auf dieser Seite: Christine Schikora, Oliver Schikora; Weitere Infos







