Gelobter Feiertag: Mariä Geburt
Schwedenprozession
"Und wollt ihr ewig künden euren Dank,
dann mögt ihr heute feierlich geloben,
stets am Geburtstag unsrer lieben Frau
zu jedem Stadttor andachtsvoll zu wallen
und Gottes und Mariens Lob zu singen."
Am Ende des Heimatspiels fordert der Stadtpfarrer Andreas Blatt mit diesen Worten die Bürger Münnerstadts auf, von jetzt an stets zu Mariä Geburt der wunderbaren Errettung vor dem Angriff schwedischer Truppen zu gedenken.
Tatsächlich findet alljährlich am 8. September in Münnerstadt die so genannte Schwedenprozession statt. Die älteste bekannte Erwähnung der Prozession mit Schilderung der Legende um die Errettung der Stadt findet sich im "Sagenschatz des Frankenlandes" von Ludwig Bechstein aus dem Jahr 1842.
Bis heute wird Mariä Geburt als gelobter Feiertag von den Münnerstädtern festlich begangen. Am Vormittag findet in der Stadtpfarrkirche St. Maria Magdalena der Festgottesdienst statt. Am Nachmittag bleiben die Geschäfte in der Innenstadt geschlossen, um den Mitarbeitern die Teilnahme an der Prozession zu ermöglichen.
Bei der Schwedenprozession ziehen die Gläubigen zu den drei mit Altären festlich geschmückten Stadttoren. Zahlreiche Darsteller aus dem Münnerstädter Heimatspiel nehmen traditionell im Kostüm an der Prozession teil. Ein besonderer Blickfang sind die kleinen Marien-Altäre, welche Bürger vor ihren Häusern entlang der Prozessions-Route aufbauen.
Im Jahr 2022 wurde die Schwedenprozession zusammen mit dem Laienfreilichtspiel "Die Schutzfrau von Münnerstadt" in das Bayerische Landesverzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
Bildnachweis | Alle Fotos auf dieser Seite: Christine Schikora, Oliver Schikora; Weitere Infos







